Projektionen - Kinogespräche

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Episode 13_Was ist Filmkritik?

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Filmkritik scheint allgegenwärtig? Auf YouTube, in Podcasts und auf Fanportalen wie Letterboxd. Aber handelt es sich dabei wirklich um Filmkritik? Marcus und Sebastian rekapitulieren die Geschichte dieser Textgattung und wagen sich an eine Kritik der gegenwärtigen Kritik. Welche Rolle dabei der Fan spielt und warum ideologiekritische Filmkritik ein Taschenspielertrick sein kann - davon handelt diese Episode. Viel Spaß!


Kommentare

Sebastian Seidler
by Sebastian Seidler on
Lieber Chris, du hast sicherlich Recht, dass der Eindruck entstehen könnte, wir würden uns selbst überhöhen. Das ist sicherlich nicht unsere Absicht. Selbstverständlich haben wir einige Thesen zugespitzt, damit auch eine Diskussion entsteht. Wir haben auf jeden Fall einen anderen Begriff von Kritik, als andere. Es handelt sich aber weniger um ein Werturteil, als vielmehr um eine Analyse: Eine Review ist etwas anderes als Kritik. Wir versuchen in den Projektionen Filme nicht unbedingt zu bewerten. Wir wollen sie lesen und öffnen. Nicht jeden Film, den wir diskutieren, mag ich privat unbedingt. Ich schätze aber die Themen. Ich freue mich wirklich sehr über dein differenziertes Feedback. Das hilft wirklich weiter. Herzlichst, Sebastian
Chris
by Chris on
So sehr ich bei euch bin in eurer Argumentation, dass das definitiv in eurer Diskussion spürbar Elitäre einen Ansatz zur Herausforderung darstellt, überwiegt in meiner Wahrnehmung dennoch häufig der Eindruck des Sich-Über-Geringgeschätztes-Stellen (z.B. Fan- und/ oder Amateurkritik) und damit einhergehend die eigene Selbstüberhöhung, wobei ich, wie ich zugeben muss, auch nicht wüsste, wie man es anders machen könnte, ohne Anstoß zu erregen. Mir selbst gehen die oben erwähnten Kritikformen gehörig auf den Wecker, ich bin ein glühender Verehrer der von euch angesprochenen Filmzeitschriften (epd film, filmdienst etc.) und habe auch in der Vergangenheit immer wieder in der Selbstbeobachtung gesehen, wie elitär die intensive Beschäftigung mit dem Medium Film auf weniger Interessierte wirken kann. Wie auch immer, bleibt bitte dran, euer Podcast ist der Hammer! Ein Fan der ersten Stunde!
Anderster
by Anderster on
Ich finde euer Gespräch stellenweise sehr gewinnbringend, stellenweise ist es aber auch hart elitär. So als beginnen alle relevanten Betrachtungen erst ab einem akademischen Grad. Werde aber nun häufiger reinhören.
Sebastian Seidler
by Sebastian Seidler on
Liebe/r Lune, danke für dein Feedback. Einige dieser Themen sind angedacht. Wir werden irgendwann eine Folge über Deleuze, Zeit und Dauer machen. Aber noch sind einige andere Themen in der Pipeline. Jetzt werden wir uns erstmal mit Cruising auseinandersetzen. Danach folgt die Frage: Was ist eigentlich Body Horror? Wir freuen uns sehr über weiteres Feedback und Anregungen zu Themen. Sebastian
Lune
by Lune on
Tolle Sendung. Ich fänds spannend, wenn ihr auch detaillierte Folgen über so Themen wie Ideologiekritik (z.B. Kracauer, Historische Entwicklung, heutige Verpöntheit?, Herangehensweise von Zizek) oder die Debatte um Post-Cinema (Ende des Kinos?, Digitalisierung, Post Cinematic Affect von Shaviro find ich zb. ne sehr spannende Perspektive im Umgang mit modernem, digitalen Kino) umreißen könntet.
Sebastian Seidler
by Sebastian Seidler on
Mir sind in diesem Zusammenhang zwei Dinge wichtig: 1. Unser Podcast versucht viele Stimmen zu Wort kommen zu lassen, indem es zu dem Gespräch zwischen Marcus und mir sogenannte Positionen gibt und geben soll. 2. Die von dir eingebrachten Fragen kann man diskutieren: Wir haben den Fokus zunächst auf idealistische Fragen des Genres FILMKRITIK gelegt. Ob wir uns als Sprecher selbst hätten positionieren müssen? Nein, das denke ich nicht. Wir betonen ja, wie wichtig der Dialog ist. Dafür suchen wir die Form. Diverse Standpunkte will ich mit diversen, vielen, unzähligen Menschen besprechen. Aber diese Selbstverortung ist mir zu identitätspolitisch, da habe ich Bauchschmerzen - weil ich Identitäten gegenüber grundsätzlich skeptisch eingestellt bin. (Darüber müsste man lange sprechen) Ebenso gibt es keine Allgemeingültigkeit, nur weil Texte so formuliert sind. Filmkritik ist und sollte Dialog und Kritik der Kritik sein. Auch darüber sprechen wir. Und ja: Es sind zu viele weiße Dudes unterwegs und wir brauchen mehr queere, weibliche und intersexuelle Positionen. Keine Frage. Die Gründe für die Dominanz der Dudes sind vielfältig. Darüber muss an anderer Stelle diskutiert werden. Vielleicht nochmal zu unserer Idee: Wir geben eine singulär-plurale Position, die sofort wieder kritisiert werden muss und kann. Kein Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Danke für deinen Kommentar, der einen anderen Faden aufnimmt, als wir es getan haben. Diese Dinge sind uns aber nicht weniger wichtig. Auch wenn wir im Detail dann anders argumentieren würde. Wer weiß?
Soleil
by Soleil on
Wie viele intersexuelle, weibliche und queere Kritiker gibt es eigentlich? Wäre das nicht in erster Linie entscheidend, sich als Kritiker selbst zu positionieren und zu verdeutlichen: Ich bin eine männlich gelesene heterosexuelle Person und lese die folgenden Szene so. Denn, wie viele diverse Standpunkte werden besprochen? Und welchen Allgemeingültigkeit-Anspruch vermag so ein mancher Kritiker formulieren?

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Über diesen Podcast

Welche Rolle spielen Räume bei David Lynch? Haben die Filme von Lars von Trier einen problematischen Umgang mit Frauenfiguren? Was ist intensives Kino? Und wie verändert sich das Kino in Zeiten von Streaming und Internet? Fragen über Fragen, denen der Podcast mit einer leidenschaftlichen Offenheit begegnet. Kino ist Kunst. Darüber sind sich Filmwissenschaftler Marcus Stiglegger und Sebastian Seidler einig. Und über Kunst muss man Sprechen.
Dabei teilt sich der Podcast in zwei Stränge. Einmal im Monat widmen sich Sebastian und Marcus in den Projektionen einer Fragestellung, einem Werk oder einer Idee. Gemeinsam und manchmal mit Gästen wird dann diskutiert und nachgedacht.
Und in unregelmäßig-regelmäßigen Abständen wird es POSITIONEN geben, in denen Themen aufgegriffen, umstellt und in Interviews weitergetragen werden.

Viel Spaß beim Entdecken und auditiven Flanieren.

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